Situation 2, part 1

Mandelkern project, Dresdnerstr. 114/10, Vienna
13.03. – 07.04.2017

English text coming soon!

Die Wiederholung erscheint als Eigenschaft der seriellen Produktion von Bildern oder der Verbreitung von Ideologie(n). Die serielle Produktion interagiert zum größten Teil mit den Bedürfnissen des Konsums. Gleichzeitig kann ein Bild durch die Wiederholung und die Reproduktion von seinem ursprünglichen Zweck entleert werden. Die Wiederholung von Ideologie-geladenen Bildern und Objekten, wie es in den ehemaligen Ostblock-Ländern der Fall war, sollte nicht den Konsum ermutigen, sondern hatte das Ziel die Samen eines gemeinschaftlichen Glaubens einzupflanzen. Zu diesem Zweck ging die sozialistische Bild-Maschinerie auf die Straße, genauso wie es die Werbung im kapitalistischen urbanen Raum getan hat. Der Unterschied bestand darin, dass die Ideologie-geladenen Bilder oder Objekte als “Prärogativen der gemeinschaftlichen Vision” zu betrachten sind – “die Vision, die es dem individuellen “Ich” erlaubt, die Welt durch die Linse (oder anstatt) des “Wir” zu sehen.” (nach Tupitsyn)

 

 

Ausgehend von diesen Gedanken, soll der Fokus auf die unterschiedlichen Bilder und Bildkonzepte gelegt werden, deren Ursprünge in der konstruktivistischen Malerei zu finden sind. Diese Bildtypen bildeten ab ca. 1970 Jahren das Fundament einer spezifischen künstlerischen und bildnerischen Ausbildungspraxis in Bulgarien und anderen ehem. Ostblock Ländern. Diese Bilder können als dekorativ, ornamentartig beschrieben werden, viele stehen in der Tradition des abstrakten Geometrismus oder des Minimalismus. Im Kontext der osteuropäischen, sozialistischen Kunstpraxis wurden sie, nach jahrelanger Verbannung als ‘westlich’ und ‘dekadent’ , ab einem gewissen Moment als ‘ideologisch harmlos’ betrachtet, da sie eine reine ästhetische Erfahrung den Betrachter_innen bereiten sollten.

Während die sozialistischen Realisten sich mit der Repräsentation der kommunistischen Ideologie befassten und die Bildhauer_innen Denkmale und Monumente von kommunistischen Führern und Helden entwarfen, wandten sich angewandte Künstler_innen, Designern und Architekt_innen den Formen der frühen Moderne, dem Funktionalismus, Op Art, oder den Praktiken des Minimalismus zu.

Im Rahmen des Projekts soll ein Archiv entstehen, bestehend aus Beispielen, Mustern, Formen und Konzepten, die in öffentlichen Auftragsarbeiten in den 1970er und 1980er Jahren verwendet wurden, wie z.B. in Parkgestaltungen, Spielplätzen, Fassaden und Architekturelementen. Ein weiterer Aspekt der Recherche ist es eine Verbindung zwischen diesen Praktiken und den konzeptuellen Ansätzen in der Malerei zu finden und/oder herzustellen.

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